Pucken

Pucken ist eine spezielle Wickeltechnik, bei der Säuglinge eng in ein Tuch oder eine Decke eingewickelt werden. Diese Methode ist sehr alt und wurde in vielen verschiedenen Kulturen bis ins 20. Jahrhundert praktiziert. Kinder wurden gepuckt, da ihre Körper als sehr zerbrechlich und schwach galten. Damals glaubten viele Eltern zudem, dass sie durch das Pucken einer Verkrümmung des Rückgrats vorbeugen könnten.

Baby schläft im NONOMO Arm-Puck

Pucken ist direkt nach der Geburt möglich. Heute werden Kinder gepuckt, damit sie ruhiger und zufriedener schlafen. Gepuckte Säuglinge sind zwar in ihrem Bewegungsraum eingeschränkt, das Spontanerwachen durch das ruckartige Strecken von Armen und Beinen, das Spreizen der Finger und das Öffnen des Mundes wird so jedoch unterbunden. Schreiattacken können somit merklich abnehmen. Die Enge ist Säuglingen aus dem Mutterleib noch vertraut und vermittelt das beruhigende Gefühl von Geborgenheit; Ihr Kind schläft ruhiger und länger durch.

Richtig Pucken des Babys

Da mit dem Pucken die ungewollten und unkontrollierten Bewegungen und Muskelzuckungen verhindert werden sollen, ist es außerordentlich wichtig, dass Säuglinge eng gepuckt werden. Eltern sollten jedoch immer darauf achten, dass keine Körperteile abgeklemmt werden. Auch sollten Kinder immer noch ihren Kopf bewegen können. Richtig eingepuckt sind Kinder, wenn ihre Arme keinen allzu großen Spielraum haben und sich Puckdecken, Pucktücher oder Pucksäcke bei Bewegungsversuchen des Säuglings nicht öffnen. Ob die Beine mit gepuckt werden oder sich frei bewegen können, sollten die Eltern selbst entscheiden, und von den Bedürfnissen ihres Kindes abhängig machen.

Baby kurz vor dem Einschlafen in einer NONOMO Puckhilfe-Pucksack

Kinder sollten nur zu den Schlafphasen gepuckt werden, da ein ständiges Pucken auch während der Wachphasen die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann. Eltern sollten Kinder immer leicht bekleidet (Body oder Hemdchen & Windel) pucken. Dies reicht aus, um das Kind warm genug zu halten. Gerade am Anfang, wenn Eltern noch nicht das richtige Gefühl haben, wie viel Kleidung sie ihrem Säugling anziehen sollen, sollte öfter kontrolliert werden, ob es dem Baby nicht zu warm ist. Auch beim Pucken können Eltern ihrem Kind eine der Umgebungstemperatur angepasste Mütze anziehen. So werden Kinder vor Zugluft geschützt, und der Wärmeverlust über den Kopf wird eingedämmt.

Pucken hilft bei Schreiattacken

Schreit ein Baby sehr viel, hat sogenannte Schreiattacken, und kommt so kaum zum Schlafen, kann das Pucken helfen: Meist beruhigen sich gepuckte Kinder sehr schnell, und können so schneller einschlafen und länger durchschlafen.

Wie lange ein Säugling gepuckt werden sollte, hängt stark vom einzelnen Kind selbst ab. Sobald es von alleine und ruhig schläft, empfiehlt es sich mit dem Pucken aufzuhören. Wichtig ist, dass nicht abrupt mit dem Pucken aufgehört wird, sondern das Kind langsam daran zu gewöhnen, nicht mehr eingewickelt zu sein. Um dem Kind das Pucken abzugewöhnen, sollten Eltern jeden Tag ein wenig lockerer pucken. Als grobe Richtlinie kann ein Alter von drei bis fünf Monaten angegeben werden. In diesem Alter ist das Nervensystem des Kindes so ausgebildet, dass der Moro-Reflex, der zu Muskelzuckungen und Schreiattacken führen kann, zurckgebildet ist. Es ist durchaus möglich, dass ein Kind länger gepuckt werden möchte, daher gilt auch hier: Einfach austesten!

Verschiedene Möglichkeiten des Puckens

Gepuckt werden kann beispielsweise mit einer größeren, elastischen Babydecke, aber auch mit Pucktüchern, Pucksäcken oder im Sommer mit einem dünnen Tuch. Oft bestehen die Puckmittel aus leichter und luftdurchlässiger Baumwolle – darauf sollten Eltern achten. Am einfachsten und schnellsten ist das Pucken mit einem Pucksack, da diese speziell für diesen Zweck entwickelt wurden.

Ein Pucksack ist einem Babyschlafsack sehr ähnlich. Allerdings bietet er die Möglichkeit, Kinder eng einzubinden, was z.B. unkontrolliertes Strampeln verhindert. Über Klettverschlüsse und Schlaufen können Pucksäcke der jeweiligen Größe des Kindes angepasst werden.

Anleitung zum Pucken

Viele Hebammen verfügen über eine große Erfahrung beim Pucken. Eltern können sich beim ersten Mal die Handgriffe zum Babypucken von ihnen zeigen lassen. Kommen Eltern nicht mit der Puckdecke oder einem Pucktuch zurecht, so kann ein Pucksack Abhilfe leisten. Außerdem sind im Internet viele verschiedene Anleitungen zum Pucken zu finden.

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